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Rock / Heavy Metal 22.09.2026

Review zur Musikdoku-Serie "Jay-Z in 8"

Review zur Musikdoku-Serie "Jay-Z in 8"

Wenn sich Jay-Z und Rick Rubin gegenübersitzen in einem grotesk überdimensionierten Raum, in dem nur zwei Stühle, ein Tisch, ein Mixer und zwei Lautsprecherboxen stehen, wirken sie wie gute Freunde. Tatsächlich haben Rubin und das Rap-Genie nur an einem Song gemeinsam gearbeitet: “99 Problems” auf “The Black Album” von 2003. Trotzdem hat Jay-Z kein Problem, sich Rubin zu öffnen.

Die Songs, die ihm Rubin vorspielt, bringen ihn zurück an prägende Orte seines Lebens – auf die Straßen von Trenton, New Jersey, als er mit Crack-Dealen sein Geld verdiente, zurück in die Marcy Houses in Brooklyn, wo seine alleinerziehende Mutter versuchte, vier Kinder im Zaum zu halten, aber auch ins Studio zu den Aufnahmen seiner Alben. So öffnen die Tracks einen Zugang, wie Jay-Z kreativ arbeitet und aus ihm der prägende MC seiner Generation werden konnte.

Rubin, inzwischen auch erfolgreicher Buchautor, gibt mit “Jay-Z in 8” sein Debüt als Regisseur. Seine Domäne bleibt aber die Arbeit mit Künstlern im Studio. Statt echte Fragen zu stellen, beschränkt er sich auf Floskeln wie “That’s amazing” oder “How did you do that?”. Er hat aber das Glück, seinem Gegenüber nichts aus der Nase ziehen zu müssen. Rubin fehlt das Gespür für eine gute Gesprächsleitung, damit sich eine Dramaturgie entwickelt. Besonders gravierend ist das immer dann, wenn sich Rubin und Jay-Z in Esoterik verlieren, statt nah am Gegenstand zu bleiben.

Jay-Z in 8 | Musikdoku-Serie

Regie: Rick Rubin
Mit: Shawn “Jay-Z” Carter, Rick Rubin
Acht Episoden zwischen 35 und 52 Minuten
ab dem 19.09. immer zwei Folgen samstags im Stream via Mubi

Stark ist “Jay-Z in 8” hingegen, wenn der MC in die Analyse seiner Texte einsteigt. Wenn Jay-Z Hintergründe erläutert und einzelne Zeilen in den richtigen Kontext setzt. Mehr Kontext wäre allerdings an anderer Stelle wünschenswert. Wer sich nicht in der Diskografie von Jay-Z auskennt und die wichtigsten Protagonisten aus seinem Umfeld parat hat, bekommt Schwierigkeiten zu folgen. Das wäre kein Problem, hätte Rubin “Jay-Z in 8” als Podcast konzipiert. Dann könnte man sich die fehlenden Infos eben selbst im Netz holen. Auch auf der Bildebene bietet die Doku keinen Mehrwert. Es sei denn, man hat Spaß daran, Jay-Z und Rubin beim Hören alter Songs zuzuschauen. Bemerkenswert ist “Jay-Z in 8” dennoch, denn der MC erzählt seine Version der Rap-Geschichte 30 Jahre nach der Veröffentlichung seines Debüts “Reasonable Doubt” offen und ehrlich. Ihm hört man auch beim Reden gerne zu.

7 / 12

Der Beitrag »Do you want more?« erschien zuerst auf VISIONS.de.

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